Videokurs. Übung 2

Schaue in seinen Kopf (und Herz) hinein

Willst du wissen, was in einem Mann vorgeht?

Mit dieser Übung erkennst du es viel besser, als wenn er es selbst schildern würde.

Die Voraussetzung ist deine Fähigkeit zu fühlen.

Nimm dir wieder 20-30 Minuten Zeit, in der du ungestört bleibst.

Für die Übung benötigst du:

1) eine feste einfarbige Unterlage (z.B. ein Klemmbrett)

2) 4-6 Steine ca. 2-4 cm (oder andere kleine neutrale Gegenstände wie einfarbige Flaschendeckel)

Jetzt starte dieses Video und lass mich dich durch die Übung leiten.

Für den Fall, dass du die Anleitung lieber lesen möchtest, findest du unter dem Video den Text.

Hier sind die Schritte dieser Übung. Die ersten 8 Schritte kennst du schon aus der ersten Übung:

1

Suche dir einen Stein aus, der in dieser Mini-Aufstellung dich repräsentieren wird.

2

Lege deinen Stein auf die Aufstellungsfläche (z.B. Klemmbrett) mit dem „Rücken“ zu dir.

3

Suche einen Stein aus, der den Mann repräsentieren soll, über dessen Gefühle du mehr erfahren möchtest.

4

Lege diesen Stein deinem Stein gegenüber, als würden sie einander gegenüberstehen und einander anschauen. Wähle eine für dich stimmige Entfernung zwischen den beiden Steinen.

5

Mache ein paar tiefe Atemzüge, entspanne dich, mache den Kopf frei. Fühle, wie es deinem Körper geht.

6

Schau dir die Situation zwischen den Steinen aus der Perspektive deiner Figur (deines Steins) an. Betrachte durch die Augen deiner Figur ihr gegenüber stehenden Mann.

Wie nimmst du ihn wahr?

Wie wirkt er auf dich?

Welche Gefühle hast du (deine Figur) ihm gegenüber?

Fühle, was die Figur des Mannes dir (deiner Figur) gegenüber fühlt.

Wie sieht er dich an?

Vielleicht wirst du überrascht sein darüber, was sich da zeigt. Vielleicht auch nicht.

Lass alles zu. Alles darf sich zeigen.

7

Dreh die Unterlage um und fühle dich in die Figur des Mannes hinein. Schaue durch seine Augen auf die Situation, auf dich.

Wie geht es dir, wenn du dir vorstellst, dieser Mann zu sein? Was fühlst du?

Wie nimmst du die Frau wahr, die dir gegenüber steht?

Welche Gefühle und Körperempfindungen sind da?

Wie wirkt die Frau auf dich?

Ist sie offen oder verschlossen? Fühlst du dich eingeladen, ihr näher zu kommen, mit ihr ins Gespräch zu kommen? Willst du sie näher kennen lernen oder nicht?

Nimm wahr, was mit dieser Frau dort passiert. Wie schaut sie dich an? Was fühlt sie?

Lass alles zu.

Uns interessieren nicht deine Gedanken darüber, was dort passiert, sondern deine Gefühle und Körperempfindungen. Sie werden dir viel mehr Neues verraten, als deine Gedanken.

8

Dreh die Unterlage um 90° so, dass du auf die beiden von der Seite schaust.

Dort stehen eine Frau und ein Mann.

Fühle, was zwischen den beiden ist. Wie stehen sie zueinander?


Schauen sie einander an oder nicht?


Welchen Gesichtsausdruck haben sie?

Welche Gefühle hat jede Figur? Gibt es Ängste oder etwas anderes?

Haben beide Seiten den Wunsch, dem anderen einen Schritt näher zu kommen? Oder nicht? Oder eher den Wunsch, einen Schritt zurück zu treten?

Was geschieht dort zwischen den beiden? Fühle es. Lass dir Zeit dafür.

9

Suche dir jetzt einen Stein aus, der ein Hindernis repräsentiert, das zwischen euch liegt und verhindert, das eine Beziehung sich entwickelt, die du dir wünschen würdest.

10

Lege diesen dritten Stein zwischen den beiden Figuren so, wie es sich für dich stimmig anfühlt.

11

Schaue dir den dritten Stein aus der Perspektive deiner Figur auf der "Bühne".


Fühle.

Was ist das für ein Hindernis?

Welches Gefühl hast du diesem Hindernis gegenüber?

Was für eine Beziehung hast du zu diesem Hindernis?

Ist das etwas was dich schützt?

Ist das etwas was ihn schützt?

Hast du den Impuls, dieses Hindernis weg zu schieben oder rüber zu klettern? Oder nicht?

Vielleicht fühlt es sich gut an, etwas zwischen dir und diesem Mann zu haben?

12

Drehe das Brett um 180° und schaue das Ganze aus der Perspektive des Mannes an.

Liegt das Hindernis aus der Sicht des Mannes an der richtigen Stelle oder möchte er seine Position korrigieren? Lass ihn das machen.

Schau dir das Hindernis durch die Augen des Mannes an.

Ist es etwas, was zu ihm gehört?

Fühlt es sich nach etwas an, was ihn beschützt oder ihm etwas anderes gibt?

Oder möchte er das gar nicht haben? Vielleicht bekämpft er das sogar?

13

Nun drehe das Brett um 90° und schaue dir die Situation von der Seite an. Als eine Beobachterin.

Da ist zwischen den beiden etwas, das sie trennt.

Zu wem gehört es?

Was fühlt es?

Was will es?

Wozu ist es gut, dass es dort liegt?

Wer hat welche Beziehung zu diesem Hindernis?

14

Betrachte die Situation abschließend aus deiner Perspektive (Perspektive deiner Figur).

Lass es auf dich wirken und mache dir bewusst, was du durch die heutige Übung erkannt hast.


Das Gute an solchen Aufstellungen ist, dass Dinge sichtbar und wahrnehmbar werden, die sonst unbemerkt und unbewusst bleiben.

Ich hoffe, das hat dich einen Schritt weitergebracht.

Und in der nächsten Übung wird es wieder um deine Beziehung zu Männern allgemein gehen.

Dort liegt der Schlüssel, falls du schon seit einigen Jahren keine stabile Partnerschaft aufbauen konntest.

Aus meiner Erfahrung als Single-Coach und Psychologin kann ich dir Folgendes sagen:

Die Ursachen dafür liegen nicht zwischen dir und einem konkreten Mann, sondern zwischen dir und Männern allgemein.

Das sind oft Überzeugungen über Männer, über Beziehungen, über uns selbst, bestimmte Vorerfahrungen, die wir gemacht haben, bestimmte Dinge, die aus unserem Familiensystem an uns weitergegeben wurden: Regeln, Muster, Szenarien.

Deswegen beschäftigen wir uns nächstes Mal wieder mit deiner Beziehung zu Männern allgemein, um besser zu verstehen, was eine glückliche und dauerhafte Beziehung in deinem Leben verhindert.

Viele Grüße
Tatiana